1. Fall

Ein kleiner Teddybär und eine achtlos oder mutwillig weggeworfene Zigarette eines Passanten und schon loderte ein Feuer hinter dem Fahrersitz des offen abgestellten Barchetta. Ein beherzter Mitbürger griff sich seinen Feuerlöscher und verhinderte schlimmeres.

Doch obwohl nur der Fahrersitz und eine Fußmatte teilweise verbrannt waren, konnte mit einem Austausch dieser Teile der Schaden nicht behoben werden. Der Löschstaub war in alle Ritzen, Kanten und Lüftungsschächte des Fzgs. gekrochen und hatte sich in die Polster gesetzt.

Zum Vergrößern klicken!Der Löschstaub verbreitete einen so ätzenden Geruch, dass sich die Mechaniker des Autohauses weigerten das Fzg zu bewegen oder gar zu reparieren.

Ein Kostenvoranschlag des Autohauses lautete über die komplette Demontage des Innenraums und Austausch aller mit dem Staub in Berührung gekommenen Teile. Die Schadenshöhe belief sich auf über 18.000,00 DM. Jedoch war der Kfz-Meister davon überzeugt, dass, selbst wenn eine solch aufwendige Instandsetzung erfolgen würde, der Barchetta aufgrund der Geruchsbelästigung nicht mehr zu verkaufen sei.

In Anbetracht der Kostenhöhe wurde der "Haus-Sachverständige" der Fiat-Vertretung mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt. Der Sachverständige attestierte den wirtschaftlichen Totalschaden.


Dieses Gutachten wurde von der Geschädigten bei Ihrer Versicherung eingereicht. Da wir schon lange mit der LVM zusammenarbeiten, wandte sich der Sachbearbeiter gleich an uns.

In Zusammenarbeit mit dem Mitarbeiter der Versicherung wurden wichtige Daten über Art und Beschaffenheit des Löschstaubs ermittelt und an unser Labor zu Analyse weitergegeben.

Zum Vergrößern klicken!Unsere Experten kamen zu dem Ergebnis, dass es sich bei der Verunreinigung nicht nur um eine unangenehme, ätzend riechende Substanz handelt, sondern um eine giftige und somit gesundheitsschädliche Chemikalie. Nun war klar, dass nicht nur eine optisch einwandfreie und geruchseliminierende Reinigung durchgeführt werden musste, sondern eine vollständige Neutralisation der gesundheitsschädlichen Stoffe erfolgen musste.

Von unserem Labor wurde ermittelt, dass eine Reinigung und Neutralisation zu einem wirtschaftlich sinnvollen Preis möglich ist (s. Gutachtenwesen und Lackanalyse). Beim Autohaus und dem "Hausgutachter" wurde ein Möglichkeit einer solchen Reinigung abgestritten und der Geschädigten geraten eine Reinigung abzulehnen.

Da die Geschädigte zur Schadensminderung verpflichtet ist, bestand die LVM -Versicherung auf einer Reinigung oder der Schadensabgeltung in Höhe der in unserem Gutachten bzw. Expertise angegebenen Schadenshöhe.

Zum Vergrößern klicken!Es ist leider kein Einzelfall, dass sich Bäcker, Maurer, Lehrer, Kfz-Mechaniker oder auch einige Kfz - Sachverständige dazu hinreißen lassen, Aussagen über Dinge zu treffen, von denen sie nicht die geringste Ahnung haben. Nicht selten werden das Wissen, welches sich die Menschheit in Jahrtausenden angeeignet hat, mit dem sich Universitäten und Koryphäen über Jahre hinaus intensiv beschäftigt haben einfach "vom Tisch gewischt".

Jede unserer Expertisen bzw. Gutachten basieren nicht auf subjektiven Meinungen, sondern auf umfassenden Untersuchungen. Es handelt sich bei unseren Aussagen also um wissenschaftlich belegte Fakten. Siehe zu diesem Thema auch Gutachtenwesen und Lackanalyse.

Die Beweggründe für ein Abstreiten der Möglichkeit einer Reinigung liegen wohl in einem Interessenkonflikt der beteiligten Personen. Es hatte hier wohl offensichtlich niemand ein Interesse, die Kosten so gering wie möglich zu halten, solange die Höhe seiner eigenen "Kostennote" von der Schadenshöhe abhängig ist.

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Wir haben, wie Sie an den abgebildeten Fotos sehen können, eine Sanierung des Fzgs. mit großem Erfolg durchgeführt. Der Innenraum wurde nicht nur in einem nahezu neuwertigen Zustand versetzt, sondern war nach unserer gründlichen Reinigung von allen Giftstoffen befreit und vollkommen unbedenklich! Alle Herstellergarantien des Wagens blieben erhalten. Sehr zur Freude des Versicherers konnten wir eine Instandsetzung des betroffenen Kfz für weit unter 2.000,00 DM durchführen und haben somit zu ernormen Einsparungen beitragen können.

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Trotzdem haben wir uns nicht bei allen Beteiligten beliebt gemacht. Dem Autohaus ist ein nicht unerheblicher Auftrag entgangen und der Sachverständige musste sein Gutachten zurückziehen. Die größte Genugtuung jedoch war, dass zufriedene Gesicht der Fzg. - Halterin bei der Fzg. - Rückgabe. Ihr Kommentar: "Wahnsinn! Der Wagen hat nicht so gut ausgesehen als ich ihn gekauft habe..."

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